Was ist der Sinn des Lebens?

Die Entdeckung transformativer Spiritualität und spiritueller Erleuchtung besteht darin, dass wir sehen, wer wir wirklich sind: Ein grenzenloser Geist, der das menschliche Leben in Freiheit erlebt. Diese Entdeckung ermöglicht uns einen Zustand ohne Anhaftung, frei von Furcht und voller niemals endender Freude.

Doch gibt es dabei eine Gefahr: Wenn wir nur an den tiefsten spirituellen Zuständen festhalten, wird uns die menschliche Erfahrung fremd und die Welt erscheint unwichtig und bedeutungslos.

Ja, häufig verneinen spirituelle Menschen die Welt und sprechen von dem Wunsch, “nach Hause” zurückzukehren, in den Zustand reinen Geists. Das menschliche Erleben erscheint fast wie ein Fehler, den man korrigieren muss.

Laut Shai Tubali sind wir als Menschen nicht dazu berufen, allein im Reich des Geists zu weilen, vielmehr sollten wir genau in der Mitte zwischen den beiden Polen unserer Erfahrung stehen. Wenn wir den Sinn des Lebens wirklich erkennen wollen, sagt er, ist es wichtig, diesen perfekten Mittelpunkt zwischen unserer materiellen Existenz und unserem spirituellen Sein zu finden.

Warum? Weil die menschliche Erfahrung sehr besonders ist. Sie besteht nicht nur aus reinem Geist und ist auch nicht nur materiell und physisch. Sie ist wirklich eine außergewöhnliche Mischung der zwei Pole eines potentiell befreiten spirituellen Bewusstseins und einer begrenzten und gefangenen physischen Existenz.

Während manche Erleuchtungslehren uns fälschlicherweise nur an die Spitze der Existenz stellen – als reines, unendliches und freies Bewusstsein – sind wir wirklich hier, um zu lernen, wie wir die menschliche Erfahrung als eben dieses Bewusstsein leben können. Mit anderen Worten sind wir hier, um einen neuen Menschen zu kreieren.

Wenn wir den Sinn des Lebens wirklich erkennen wollen, sagt er, ist es wichtig, diesen perfekten Mittelpunkt zwischen unserer materiellen Existenz und unserem spirituellen Sein zu finden.

Dieser neue Mensch ist eine Brücke zwischen zwei Extremen; ein Treffpunkt zwischen zwei Welten. Mit jeder Handlung kann ein solcher Mensch die Verbindung zwischen diesen Welten vertiefen und so eine neue Realität ermöglichen.

Darum gibt es in Shais Lehre kein Abweisen der “niedrigeren” Formen von Identität, wie des physischen Körpers, des Egos, ders Verstand oder der Seele. Alle sollten in eine ganzheitlich und allumfassende Erfahrung des Lebens integriert werden. Ein wahrer spirituelle Meister kann beide Enden der Existenz halten; er hat alle Ebenen von Menschlichkeit und Geist voll angenommen und kann sich frei zwischen den verschiedenen Welten bewegen. Dies nennt Shai den “menschlichen Buddha”

In dieser Vision des menschlichen Buddha ist die Welt weder Illusion noch Traum. Sie ist der einzige Raum, in dem wir Grenzen überwinden und göttliche Qualitäten  und Grenzenlosigkeit verkörpern und zum Ausdruck bringen können. Aus dieser Freiheit des Bewusstseins heraus können wir neue Formen des Seins kreieren, voll endloser Potenziale und unerkannter Möglichkeiten, und unserer Existenz auf diesem Planeten eine neue Bedeutung geben.

Aus diesem Grund legt Shai Tubali nicht nur auf traditionelle Erleuchtungslehren wert, sondern betont auch das Erwachen des gesamten menschlichen Potenzials – also die Entwicklung der ganzen Bandbreite an Qualitäten, Fähigkeiten und Intelligenz. Es ist kein Fehler, dass wir eine menschliche Form haben: Wir sind dazu berufen, den Geist nach “unten” zu tragen und die menschliche Existenz zu erleuchten – genau wie wir uns in unserem ganzem Wesen durch transformative Spiritualität wieder und wieder  erheben.

Es ist kein Fehler, dass wir eine menschliche Form haben: Wir sind dazu berufen, den Geist nach “unten” zu tragen und die menschliche Existenz zu erleuchten