Der Pfad: Die sieben Zentren im Menschen

„In uns gibt es sieben Zentren der Erfahrung, welche uns zu Menschen machen. Alle sieben müssen erwachen und erblühen: das instinktive und impulsive Zentrum; das willentliche und emotionale; das kommunikative und intellektuelle; sowie schließlich das spirituelle Zentrum.“

Das menschliche Wesen ist eine hochkomplexe, vielschichtige Einheit. Die Menschen wurden entsprechend ihrer großen Rolle und Aufgabe mit verschiedenen Zentren der Wahrnehmung und Erfahrung ausgestattet. Diese gestatten es ihnen, sich aller Aspekte des Lebens vollkommen gewahr zu sein und mit ihnen zu interagieren. Jedes Zentrum ist durch entsprechende Fähigkeiten und Werkzeuge mit einer bestimmten Schicht im Austausch. Und jede einzelne Schicht ist unerlässlich für die Existenz im Leben und den Vorgang des Gewahrseins.
Ziemlich erstaunlich ist die Tatsache, dass all diese Schichten gleichzeitig existieren und arbeiten, genauso wie alle Zentren der Wahrnehmung und Erfahrung zur gleichen Zeit existieren und arbeiten.
Doch diese Gleichzeitigkeit ist auch die Ursache großer Verwirrung und Widersprüche. Und damit übt sie eine intensive Anziehung auf viele Menschen aus – darunter angesehene Philosophen, spirituelle Lehrer, Wissenschaftler und Visionäre – die eine eindimensionale Sichtweise bevorzugen, welche lediglich die volle Wahrnehmung und Erfahrung eines oder zweier Aspekte des Lebens ermöglicht.
Viele Menschen neigen dazu, nur ein einziges Zentrum ihres Wesens zu entwickeln. Diese Neigung zur Eindimensionalität ist verständlich. Ist das Leben doch ein in seiner Tiefe und Breite unfassbares und unvorstellbares Phänomen.

Nichtsdestotrotz dürfen wir unsere eigene Komplexität nicht meiden, sondern sie vielmehr aus ganzem Herzen annehmen. Sich der Mission, das Phänomen des Lebens und die außergewöhnliche menschliche Erfahrung zu begreifen, anzunehmen ist von überragender Bedeutung. Wir brauchen dieses Erwachen des vollen Spektrums der menschlichen Zentren genauso wie ein volles Gewahrsein der Phänomene des Lebens als Ganzes.
Warum? Weil es auf eine Unfähigkeit hindeutet, unsere wahre Identität und Bestimmung auf Erden wahrzunehmen, wenn uns Hauptelemente der Wahrnehmung des Lebens und unseres eigenen Wesens entgehen.

Die menschliche Leiter

„All die Widersprüche und Spannungen in uns, sind das Ergebnis der Ignoranz unseren sieben Zentren gegenüber und dem Unwissen darüber, wie sie sich untereinander ausgleichen und ergänzen können.“

Unsere wahre Identität liegt nicht im Geist oder unbegrenzten Bewusstsein. Und gleichzeitig finden wir sie ganz sicher auch nicht in bloßer Materie. Das menschliche Wesen ist ein Hybrid. Zumindest so lange es in physischer Form atmet. Sich nur eine Hälfte auszusuchen oder schlimmer noch, nur eine bestimmte Schicht aus einer der beiden Hälften, würde unsere Verbindung zum Sinn des Lebens komplett blockieren.
Das Wesen des Menschen ist ein Überbrücker. Eine Leiter mit verschiedenen Stufen, die in der Erde beginnen und am oberen Ende bis in den unendlichen Himmel des Bewusstseins reichen. Die Leiter funktioniert in beide Richtungen, so dass die materielle, menschliche Existenz immer weiter über ihre engen Beschränkungen empor gehoben werden kann, während das unendliche Bewusstsein die dichteren Ebenen zum Zwecke seiner Verwirklichung und Manifestation erfahren kann.

Die sieben Dimension des Lebens sind der Querschnitt dieser doppeltgerichteten Leiter und empfangen ihre Inspiration von den sieben Zentren der Wahrnehmung und Erfahrung im Körper des Menschen. Historisch nennen wir diese: „Chakras“.

In diesem Zusammenhang sind Chakras Mittel der Wahrnehmung, welche die Erfahrung verschiedener materieller und spiritueller Ebenen unseres Wesens ermöglichen sollen. Sie vermögen es so, die Komplexität des menschlichen Daseins perfekt abzubilden. Daher ist deren traditionelle Wahrnehmung als eine Stufenleiter des Fortschreitens, bei der man den vorigen Schritt hinter sich lässt, sobald man eine höhere Stufe erreicht hat, eine ziemlich begrenzte Wahrnehmung dieser atemberaubenden Vision, die sie uns anzubieten haben.

Tatsächlich ist es so, dass die Chakras eine ganze Landkarte der Zentren der menschlichen Existenz darstellen. Und somit auch die Kapazität in sich tragen, diese Zentren in eine totale und multi-dimensionale Erfahrung hinein zu harmonisieren und synchronisieren.

Die sieben Dimensionen sind auch nicht hierarchisch angeordnet, da wir sobald wir eine von ihnen bevorzugen, augenblicklich den Fluss durch diese Leiter, ob nun aufwärts oder abwärts, behindern. Daher können wir die Flussrichtung der Chakras als von unten beginnen oder von oben beginnend betrachten und beide Sichtweisen wären korrekt. In Wahrheit sind aber nicht nur diese beiden Perspektiven korrekt, sondern jegliche Art der Wahrnehmung bzw. Philosophie des Lebens. Ob sie nun spiritueller oder wissenschaftlicher Natur sind – alle finden sie ihren Platz auf dieser alles einschließenden, multi-dimensionalen Leiter, da die Dimensionen eben jene Strukturen sind, die jegliche Wahrnehmung seit Beginn schon in sich tragen.

  1. Als erstes finden wir beginnend am unteren Ende, die Erd-Dimension, welche durch unser instinktives Zentrum erfahren wird. Hier finden wir die unmittelbarste und grundlegendste menschliche Erfahrung, in der wir beständig zu einer Persönlichkeit heranreifen, die in einem menschlichen Körper wohnt. Einer biologischen Einheit, die wie viele andere Spezies von Pflanzen und Tieren eine getrennte Existenz erfährt. Umringt von physischer Anhänglichkeit an Menschen und Dinge.
  2. „Darüber“ finden wir die sinnliche Dimension. Eine in gewisser Weise feinere materielle Ebene, die durch unser Gefühlszentrum erfahren wird. In dieser Dimension interagieren wir mit dem Phänomen des Lebens durch die Sinne. Es ist die Erfahrung von Freude, sowie jeder anderen intensiven Erfahrung. Und es geht um die Tiefe des Momentes mit all seinen Farben und Schattierungen.
  3. Die dritte evolutionäre Dimension, welche durch unser Willenszentrum erfahren wird, ist jene, in der wir das Leben als einen Raum für Ambition, Überwindung und Sieg wieder erkennen.
  4. Die vierte Dimension ist die der Beziehungen. Mit ihr interagieren wir durch unser emotionales Zentrum und erkunden das Reich des „Ich“ und „Anderen“ in Beziehungen.
  5. Die manifestierende Ebene erfüllen wir durch unser Zentrum der Kommunikation. Sie ist die fünfte Schicht des Lebens, in der wir das Leben als einen Raum für Selbstausdruck und reifen Austausch von Ideen und Visionen wahrnehmen.
  6. Die sechste und erkundende Dimension wird durch unser Denkzentrum wahrgenommen. Dort interagieren wir mit dem Leben als eine philosophische und intellektuelle Möglichkeit des Lernens und Wissens.
  7. Die siebte, meditative Dimension ist unser spirituelles Zentrum, das sich auf das Leben als Möglichkeit zur Entdeckung und Verwirklichung des Bewusstseins selbst, fokussiert.

Mit einer solchen Landkarte erhalten wir eine neue Art spiritueller Vision: Der Mensch ist Seele und gleichzeitig nicht mehr als ein einfacher Mensch. Der Mensch ist eine heranreifende Einheit und zur selben Zeit ein unendliches Wesen. Unsterblich und sterblich zugleich.

Unsere Existenz spielt sich in der Spannung und Reibung dieser beiden existenziellen Extreme ab, statt wie üblich in nur eine Kategorie der Selbsterfahrung zu verfallen. Während diese sieben Schichten zusammengenommen unsere innere und äußere Welt formen, ermöglicht jede einzelne von ihnen jedoch auch einen kompletten Wandel der Wahrnehmung. Und damit auch eine Transformation von Sinn, Glück, Werten und Merkmalen. Jede der Schichten ist eine Welt für sich. Eine ganze Welt in einer anderen, größeren Welt. Ein Bestandteil, wie aber auch eine komplette, für sich stehende Erfahrung. Ein sogenannter ‚Holon‘.
Der Mensch ist all das. Es gibt keine echte oder fundamentale Auseinandersetzung zwischen den Dimensionen, da sie alle potentielle Systeme der Wahrnehmung sind, die leicht übereinkommen können.

Alle Widersprüche in uns sind das Ergebnis eines Mangels an Wissen, welcher uns davon abhält, dieses System kontrollieren zu können. Ein System, das in seiner besten Form all die folgenden Zustände gleichzeitig ermöglicht: Eigensinn und Aufopferung; im Jetzt sein und Ambitionen; Gewahrsein über den nahenden Tod und die selbstsichere Anerkennung der eigenen Unsterblichkeit.

Die menschliche Einheit ist die Bewegungsfreiheit zwischen all diesen Dimensionen. Das menschliche Gewahrsein ist der Verbindungspunkt zwischen allen sieben Dimensionen, da sein ursprünglicher Sinn es ist, gleichzeitig zu heben sowie herunterzubringen.